Der erste Range-Test: Was drei Tools über 29 Schläge wirklich verraten


Bevor wir bei Range Report irgendjemandem erklären, wie man KI-Tools richtig liest, testen wir sie selbst — mit echten Bällen, echten Daten und einer DOSB Trainer-C-Lizenz, die die Zahlen einordnet.

Heute war der erste richtige Range-Test. Drei Tools, ein Eisen 7, 29 Schläge. Hier ist, was funktioniert hat, was nicht — und was die Daten tatsächlich bedeuten.

Das Setup

  • Garmin Approach R10 — Launch Monitor, liefert Ballflug- und Clubdaten
  • OnForm — Video-Schwunganalyse, per Bluetooth direkt mit dem R10 gekoppelt
  • Ein Shot-Tracing-Tool — sollte Flugbahnen automatisch als Linie ins Video einzeichnen

Zwei iPhones im Einsatz: eins für die Videoaufnahme, eins für die Garmin-Daten. Kein Zufall — bestimmte Launch-Monitore lassen sich nur mit einem Gerät gleichzeitig aktiv verbinden, das ist bei der Planung eines Multi-App-Setups relevant.

Was die Zahlen zeigen — und was sie nicht zeigen

29 Schläge mit dem gleichen Eisen, gleicher Spieler, gleiche Session. Trotzdem: Der Smash Factor schwankte zwischen 1,03 und 1,40. Für ein Eisen 7 sollte das konstant im Bereich 1,33–1,38 liegen.

Die App zeigt diese Schwankung als Zahl. Sie sagt nicht, warum sie passiert.

Der Blick auf den Anstellwinkel liefert die Antwort: Im Schnitt lag er bei -0,53°, aber mit einer Standardabweichung von 4,49° und einer Spanne von -9,9° bis +8,84°. Sobald der Winkel ins Positive kippt — der Ball wird also von unten statt absteigend getroffen — fällt der Smash Factor im Schnitt auf 1,24. Bei sauberem, absteigendem Treffen liegt er bei 1,31. Die drei schwächsten Schläge der Session hatten alle einen deutlich positiven Anstellwinkel.

Das ist der Unterschied zwischen Symptom und Ursache. Die App-Empfehlung würde lauten: „Optimiere deinen Anstellwinkel.“ Die eigentliche Frage ist: Warum wandert er von Schlag zu Schlag um fast 5 Grad? Ballposition? Gewichtsverlagerung? Das lässt sich nicht aus einer einzelnen Kennzahl ablesen — dafür braucht es den Blick auf die Bewegung dahinter.

Die Tools im Praxistest

OnForm hat gehalten, was die Integration verspricht: Video und R10-Daten liefen sauber zusammen, ohne zweite Bluetooth-Kopplung nötig. Für die Schwunganalyse ein verlässliches Werkzeug.

Der Garmin R10 lieferte die Rohdaten zuverlässig — die eigentliche Arbeit beginnt aber erst bei der Interpretation, wie die Anstellwinkel-Analyse oben zeigt.

Das Shot-Tracing-Tool hat in dieser Session nicht funktioniert — keine einzige Flugbahn wurde erkannt. Wir sind gerade im Austausch mit dem Support und berichten, sobald es eine Lösung oder Klarheit gibt.

Was das für euch bedeutet

Genau das ist der Punkt, um den es bei Range Report geht: Tools liefern Daten. Was die Daten bedeuten und wo man wirklich ansetzen muss, ist eine andere Frage — eine, die eine einzelne App nicht beantwortet.

Wir dokumentieren den Weg weiter.

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